Pauline Starke beeindruckt mit Ippon-Judo

Beim bundesoffenen Sichtungsturnier des Deutschen Judobundes der Frauen unter 17 Jahren in Holzwickede gingen unter 187 Teilnehmerinnen aus der gesamten Bundesrepublik auch die deutsche Judoelite dieser Altersklasse an den Start.

 

Im mit 35 Kämpferinnen stark besetzten 52 kg Limit war die Herforderin Pauline Starke eine Klasse für sich. Mit vorzeitigen Siegen über Lisabeth Emilius aus Bayern (Haltegriff), Julia Hammel vom Judoverband Pfalz (Fußfeger), die deutsche Vizemeisterin, Catrin Schopper, aus Baden-Württemberg (Konter) und die aus dem bayerischen Lengrieß stammende Barbara Ertl (Armhebel) demonstrierte Pauline Judo der Extraklasse. Erst im Halbfinale forderte die Hamburgerin Blerina Seferi Pauline die volle Kampfzeit von vier Minuten ab. Im anschließenden Finalkampf hatte auch die baden-württembergische Kaderathletin Xenia Coban Pauline nichts entgegen zu setzen. Für einen beherzten Hüftfeger kassierte Pauline nicht nur eine hohe Wertung, sondern beendete das Turnier mit einem Haltegriff, aus dem es für Coban kein Entrinnen mehr gab, mit dem fünften vorzeitigen Sieg (Ippon) an diesem Tag.

Dabei begann das Jahr 2013 alles andere als berauschend für Pauline. Eine Knieverletzung rang ihr eine sechsmonatige Pause ab und Querelen in der Leitung des hessischen Judoverbandes führten schließlich Mitte des Jahres zur Trennung zwischen Trainer und Athleten. Ende April dann begann das Wettkampfgeschehen für Pauline in diesem Jahr mit dem ersten Europacup im Tschechischen Teplice mit einer ganz großen Nummer, die Pauline mit einem sensationellen siebten Platz abschloß.  Fast unmittelbar daran schloß sich Anfang Mai gleich der European Cadett Cup in Berlin an. Für Pauline die letzte Chance eine Fahrkarte zur EM zu bekommen, so die Bundestrainerin.  Im ersten Kampf überzeugte Pauline auch mit einer souveränen Leistung. Bereits nach einer Minute besiegte sie die Brasilanerin Ana Paula Morsis. Im weiteren Vorrundenkampf hielt sie sich gut gegen die spätere Weltmeisterin Cishima Maeda aus Japan, unterlag jedoch durch eine dusselige Unachtsamkeit im Boden mit Haltegriff. Bis dahin war ein Sieg greifbar nahe. Ende September kämpfte Pauline dann das dritte Mal in diesem Jahr bei einem Sichtungsturnier des Deutschen Judobundes in Bremen. In der Vorrunde siegte sie stets vorzeitig und brauchte lediglich im Finale die Verlängerung (Golden Score) zum Turniersieg.

Mitte des Jahres zeigte dann der Olympiastützpunkt in Hannover Interesse an Pauline, wo sie nun seit Anfang August trainiert und im angeschlossenen Lotto-Sportinternat lebt. Hier erfährt Pauline eine perfekte sportliche wie auch medizinische Betreuung. Mit dem Besuch der kooperativen Gesamtschule in Hannover-Hemmingen, einer Eliteschule des Sports, lassen sich bis zu neun Trainingseinheiten wöchentlich und das angestrebte Schulziel Abitur perfekt vereinbaren. Bedingungen, die Leistungen wie am vergangenen Wochenende erst wirklich möglich machen.

 

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